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Detlev Callies

geb. 1963 in Brühl, lebt in Köln

Nach der Ausbildung zum Technischen Zeichner, Studium von Grafik-Design und visueller Kommunikation in Düsseldorf.

Arbeitet freiberuflich als Grafiker. Außerdem macht er 3-D-Animationen und Trickfilme, Videos und Hörspiele.

Weitere Informationen finden Sie auch unter umluex und unter arteins.

Picto Boy

das pilzkonzept

Pilzskulptur

meine pilz-skulpturen sind unikate. die skulpturen bestehen aus bearbeitetem gasbeton, der mehrfach lackiert und somit wetterbeständig ist. daher können die skulpturen innerhalb, wie auch außerhalb des wohnraums aufgestellt werden.

skulptur-daten
{10cm x 15cm x 25cm} à 90 euro
{25cm x 28cm x 48cm} à 170 euro
(die maßangaben variieren geringfügig. sonderanfertigungen sind realisierbar)

kontakt detlev callies
mülheimer freiheit 111a
51063 köln
fon 0221.4304480
e-post pictoboy@yahoo.de
Pilzbanner

Oxidation in Blau

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2001, 130x60cm, 1200,-Euro

alle Bilder Rost/Acryl/Lwd.
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2002, 125x60cm, (verkauft)
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2002, 125x60cm, 1250,- Euro

Detlev Callies nutzt Naturkräfte bei der Herstellung seiner Gemälde, den Oxidationen in Blau. Wochenlang lässt der Künstler mehr oder weniger rostige Metallteile auf dem Malgrund liegen, immer wieder muss er nachwässern, ungewiss, wie das Ergebnis sein wird. Dann ist der Moment da, der Künstler ist zufrieden mit dem Abbild, das ihm das Zusammenspiel von Wasser, Luft und Eisen da geliefert hat. Er findet eine zufällig entstandene Struktur, die Form hat allerdings er vorgegeben durch die Auswahl der Metallteile.

Nun beginnt der zweite Teil der Arbeit, Callies fügt Farbpigmente hinzu, meistens blaue, aber es gibt auch Arbeiten in anderen Farben. Die rostigen Strukturen werden von Farbe umgeben, aber auch innerhalb dieser wird gemalt. Durch Hell-Dunkel-Kontrast entsteht eine räumliche Wirkung. „Der Form einen Raum geben“ ist auch die Absicht des Künstlers, die Vorliebe für Blau erklärt er damit, dass dann der Raumeindruck am stärksten sei und in der Korrespondenz mit der Farbe des Rostes diesen am besten hervorhebt.

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2002, 50x60, 550,- Euro
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2002, 80x100cm, 750,- Euro

Die Ausstellung heißt „Oxidation in Blau“. Oxidation meint: Übertragung in einen anderen Zustand - ein Stoff erhält eine höhere Wertigkeit. Ob man bei dem hier stattfindenden Ablauf von einer Oxidation in chemischen Sinne sprechen kann, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall findet eine Übertragung in einen hochwertigeren Zustand statt. Die gefundene Struktur, zunächst nur als Abdruck auf einem Malgrund, wird vom Künstler in einen Raum gestellt, der sich durch die blaue Farbe definiert. Dadurch bekommt die Struktur ebenfalls eine räumliche Wirkung, die zunächst zufällige Anordnung von hellen und dunklen Stellen erhält eine Signifikanz, deren Interpretation allerdings dem Betrachter überlassen bleibt.

© Günter Wagner

Strukturen - Acrylarbeiten und Fotografie

Wie ist die Annäherung an abstrakte Malerei möglich? Wie kann der Betrachter vor der Oberfläche eines Bildes die Intention des Künstlers begreifen? Genügt es bei gegenständlicher Kunst bisweilen, das Dargestellte des Bildes zunächst zu beschreiben, einer Analyse zu unterziehen um dann eine Interpretation anzustreben, so lässt sich diese Vorgehensweise auf abstrakte Bilder weniger anwenden. Bei der Malerei von Detlev Callies dominiert ein kräftiges Blau die Oberfläche. Dieses Blau wirkt bisweilen fast Schwarz und vermag Räumlichkeit, Tiefe zu erzeugen. Aus den durch Farbe erzeugten Räumen dringen verschiedenartige Strukturen an die Oberfläche. Einmal scheinen sich die Strukturen über die Bildoberfläche zu ergießen. Ein anderes Mal teilen sie das Bild beinahe statisch in zwei Hälften. Einmal scheinen sie auf der Oberfläche der Leinwand zu lagern, sogar zu schwimmen. Ein anderes mal wiederum scheinen sie in die Leinwand eingedrungen. Das Ontologische dieser Strukturen bleibt dem Betrachter jedoch zunächst verschlossen.

Der Schlüssel zur Kunst von Detlev Callies liegt in dem von ihm angewandten, sehr speziellen Verfahren, in dem Arbeitsprozess, der wiederum eng mit seiner Biographie verbunden ist.
Geboren in Hürth und aufgewachsen in der Schlossstadt Brühl beginnt Detlev Callies vor ca. 11 Jahren stillgelegte Industriegebäude und Fabriken aufzusuchen. Diese verlassenen Orte betrachtet er selbst als Kathedralen, die eine ganz eigene Faszination auf ihn ausüben. Später beginnt er dort zu fotografieren und Gegenstände zu sammeln. Beinahe zufällig macht er die Entdeckung, dass den gesammelten Objekten Rostpartikel wie Pigment anhaften, die ihre Spuren auf der gewählten Unterlage hinterlassen. Und es sind eben solcherart Rostpartikel, die auf den Gemälden von Detlev Callies die bildgebenden Strukturen darstellen. Als Unterlage dient dem Künstler nun Leinwand und Papier, auf die er die gesammelten Objekte aufbringt.

Dieser erste Teil des Bildwerdungsprozesses dauert zwischen 6 bis 12 Wochen, bis der Rost seine Spuren in einer für den Künstler befriedigenden Weise hinterlassen hat. Das Aufbringen der Farbe, und damit das Herausarbeiten der nun gegebenen Struktur, erfolgt in einem zweiten Arbeitsschritt, wobei die Farbe nicht zur Charakterisierung für die Gestalt der Struktur eingesetzt wird, sondern vielmehr ihre Eigenständigkeit herausstellt.

Von Eigenständigkeit lässt sich auch bezüglich der Motive sprechen. Kein Gegenstand vermag zweimal in gleicher Weise in Erscheinung zu treten. Das Konzept von Detlev Callies ist also weit von einem Verfahren der Reproduzierbarkeit entfernt. Dennoch stellt er Abdrucke - Abklatsche - wie er es nennt, her. Seine Vorlagen sind aber weder selbst angefertigt noch findet er sie von der Natur als gegeben vor. Er benutzt industriell hergestellte, von der Natur weiterbearbeitete Objekte und macht sich letztendlich den chemischen Prozess der Oxydation zunutzte.

Callies anhaltende Sammelleidenschaft stellt eine Verbindung zu den Dadaisten her. So wurden Zeitungsausschnitte oder weggeworfene Straßenbahnbillets gesammelt und in Collagen eingearbeitet. Fundstücke finden sich seither kontinuierlich in der Kunst. Den Höhepunkt markieren wohl Marcel Duchamps ready-mades und dabei das unverändert ausgestellte und als skandalös empfundene Urinal.
Andy Warhol mag sich mit seinen ausgestellten Brillokartons auf Duchamp bezogen haben, doch imitierte er das Prinzip des ready-mades, wenn er die Waschmittelverpackung lediglich nachbaute und nicht das Original zum Kunstwerk erhob. Darüber hinaus stellte er bzw. sein Assistent die berühmten Siebdrucke von vorgefundenen bereits bekannten Bildern her. Aber hier benötigte der Vorgang des Druckens die aktive Hand des Künstlers.

Bei den Arbeiten von Detlev Callies ist es dagegen ein passiver, sehr viel langsamerer Prozess, durch den der Abdruck entsteht. Passiv arbeitete auch Yves Klein, wenn er bereits 1960 mit seinen sogenannten Anthropometrien begann. Er ließ seine weiblichen Modelle sich mit blauer Farbe bemalen und ihre Körper sodann auf die Leinwand abdrücken. Damit schaltete er die Malerei aus, führte den Akt des Malens ad absurdum und stellte sich so gegen die amerikanischen Künstler des abstrakten Expressionismus, die mit expressiver Geste den Akt des Malens zum Prinzip erhoben.
Wenn Yves Klein durch seine künstlerische Entwicklung zu seiner Methode fand, beging Detlev Callies einen beinahe umgekehrten Weg. Am Anfang steht bei ihm der Abdruck, die Spur der Natur, womit sich eine Brücke zu seinen Fotografien lässt.

Die Fotografie unterscheidet sich genetisch von der Malerei. Während die Malerei, die Zeichnung und die Skulptur Ikonen darstellen, stellen Fotografien durch ihre sehr speziellen Verbindungen zur Realität Indizes dar. Sie sind Abdrücke des Realen, eine fotochemische Spur dessen, was wir Realität nennen. Dieses theoretische Konzept unterwandert Detlev Callies mit seiner Malerei, da er sowohl dort als auch mit seiner Fotografie die anonymen Objekte aus ihrer industriellen Umgebung herauslöst. Wie in seiner Malerei geben die Objekte heute keine Auskunft mehr über ihre Herkunft, ihre ursprüngliche Benutzung oder Eigenschaft. Sie sind eingestaubt, verrostet oder mit der sie umgebenden Natur verschmolzen. Sie treten weniger als Objekte sondern vielmehr als Strukturen in Erscheinung. Für die Malerei von Detlev Callies bedeuten sie eine wichtige Station, da sie am Anfang seines malerischen Schaffens stehen.

Silke Leifhold, M.A.