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Helga Thomas-Berke

1949 in Köln geboren, lebt in Brühl.

1970 bis 1975 Studium bei Prof. Kohlscheen-Richter und Prof. Kadow an der Fachhochschule für Kunst und Design, Köln


Arbeiten 2002

Landschaft III

Landschaft III 220x140 cm
Öl/Lwd., 2002 © Thomas-Berke
Landschaft IV

Landschaft IV 200x170 cm
Öl/Lwd., 2002 © Thomas-Berke

Arbeiten 2000

Das Werk von Helga Thomas-Berke hat eine lange, fast drei Jahrzehnte währende Entwicklungsgeschichte durchlaufen. Ihre "Gemälde [ ... ] sind durch die fortwährende Auseinandersetzung mit Farbe, Form, Fläche und Raum geprägt". Aber im Gegensatz zu den Arbeiten des vergangenen Jahres ist in den ausgestellten Werken die Formensprache deutlich reduziert, da nur eine biomorphe Form in den Bildraum gestellt wird. Und schon dieser Bildraum lässt sich nicht eindeutig festlegen. Es handelt sich um eine aus ein bis zwei Farbtönen bestehende Fläche die die dargestellte Form, ein mehr oder weniger lang gestrecktes und unregelmäßiges Oval, umgibt.

ohne Titel 260x155 cm
© Thomas-Berke

Nach Festlegung des Formumrisses richtet sich das Augenmerk auf die farbliche Gestaltung, durch die die Form im Raum definiert wird. Durch Licht und Schatten wird aus dem Oval ein voluminöser Körper, der vor dem Hintergrund schwebt , auf ihm liegt oder in ihm schwimmt.

ohne Titel 25x18 cm
© Thomas-Berke

ohne Titel 25x18 cm
© Thomas-Berke

Hinweise auf Größe, Dichte und Material der Körper fehlen. So scheint der Schwerpunkt des künstlerischen Interesses auf der Auseinandersetzung mit der Farbe zu liegen. Rot, eine Farbe die von Thomas-Berke zeitweise fast ausschließlich benutzt wurde, erscheint auch in einigen dieser Bilder, wird aber dann mit anderen Farben kombiniert. Vorherrschend sind eher gedämpfte, erdige Töne, und die Farben von Objekt und umgebenden Raum differieren meistens im Ton. Durch Hell-Dunkel-Kontraste erhalten die Körper Plastizität.

Die realistische Farbwiedergabe der Werke (Mischtechnik auf Leinwand) ist auf diesem Medium durch die Fotografie und den Prozess des Scannens leider verfälscht.
© Günter Wagner

Zum Werk von Helga Thomas-Berke

Betrachtet man die Entwicklung des künstlerischen Werkes von Helga Thomas-Berke einmal über mehrere Jahre. so wird man gewahr, um welche Themenkomplexe die Künstlerin und Auseinandersetzungen auf der Leinwand und dem Papier kreist, welche "Kämpfe" stattfinden und welche Veränderungen das Werk im Laufe seiner Entwicklungsgeschichte durchmacht.

Die Gemälde und Zeichnungen von Helga Thomas-Berke sind durch die fortwährende Auseinandersetzung mit Farbe, Form, Fläche und Raum geprägt. Im Laufe ihres Schaffens hat sie die Akzente zwischen diesen Komponenten kontinuierlich verlagert und verschoben, so dass es immer wieder zu andersartigen Formausprägungen kam:

Eine Entwicklungslinie lässt sich ab 1988 verfolgen, als sich die Künstlerin ganz auf die Aussagekraft der Farbe konzentrierte. Sie gestaltete auf großen Leinwänden vibrierende Farbfelder, die sich jeder konkreten Form entzogen. Mit den Händen wurden die Farben direkt auf den Bildträger aufgetragen. Der bewegte und lebendige Rhythmus der pastos aufgeschichteten Farben bestimmte die Struktur dieser oft ton-in-ton gehaltenen Bilder: kraftvolle Farbflächen von beeindruckender Größe und mit einem eindeutigen Präsenzanspruch, deren Dichte und Transparenz, Dunkelheit und Helligkeit eine nuancenreiche räumliche Wirkung erzeugten.

Die Raum suggerierende Kraft dieser Malerei fand ihren Fortgang in einer raumbezogenen Anordnung großformatiger Bildtafeln - die Tiefendimension auf der Leinwand trat nun in Korrespondenz zur realen Dreidimensionalität des Raumes.
Thomas-Berke führte diese Entwicklung dann noch einen Schritt weiter, indem sie den flächigen Bildträger an Masse zunehmen ließ und dreidimensionale, bemalte Quader schuf, die nun frei im Raum standen. Diese voluminösen Farbquader griffen direkt in die architektonische Situation des Ausstellungsortes ein. Der Betrachter wurde quasi von farbigen Raumelementen umschlossen. Die Farbe hatte sich den Raum erobert.

Zeitgleich zu dieser Entwicklung setzte eine mehrjährige und intensive Auseinandersetzung mit der Farbe Rot ein, in der die Künstlerin die Aussagekraft dieser Farbe vom leuchtendsten Farbton bis zur dunkelsten Abtönung auslotete.
War der Farbauftrag bis 1989 noch durch eine unruhige Oberfläche ohne konkrete Formausprägung charakterisiert, so "diszipliniert" die Künstlerin in der dann folgenden Werkgruppe die Farbe in Form geradliniger und rechteckiger Flächen. Die zuvor herrschende Tendenz, die Farbe von der konkreten Form zu lösen, verkehrt sich nun in eine Gegenbewegung, die die Form mehr zu ihrem Recht kommen lässt:
Rechteckige rote Farbflächen, klar voneinander abgegrenzt, staffeln sich jetzt auf kleinformatigen Bildflächen vor- und nebeneinander, öffnen sich zu hellen Hintergründen und lagern sich diagonal im Bild. Auf diese Weise werden ganz neue Raumperspektiven auf der Leinwand geschaffen. Klare abgegrenzte Flächen erzeugen in strenger und ruhiger Anordnung dreidimensionale Räume auf einem zweidimensionalen Bildträger. Die Farbe wird durch die Form diszipliniert, der Anspruch nach Größe wieder zurückgenommen.

Doch auch diese, die Farbe eingrenzende Malweise fand eine Gegenbewegung: Inspiriert von der Natur, kehrte Helga Thomas-Berke sich in den dann folgenden Werken wieder von der Reduktion auf wenige Farbtöne und von der strengen perspektivischen Flächenanordnung ab und gewährte der Farbe erneut mehr Spielraum. Das Farbspektrum in den Gemälden nahm nun zu und führte zu vielfarbigen dynamisch-reliefierten Oberflächen.

Dieser Blick auf die früheren Werke von Helga Thomas-Berke zeigt, wie die Künstlerin sich immer wieder mit Farbe, Form, Fläche und Raum innerhalb der Malerei auseinandersetzt und die Akzente zwischen diesen Elementen kontinuierlich anders gewichtet: Mal löst sich die Form zugunsten der Freiheit der Farbe fast auf, dann wiederum beschränkt die Form die Farbe. Mal erheben Leinwände von großen Ausmaßen einen raumbesetzenden Anspruch, dann wiederum gibt die Künstlerin ihren Gemälden eher ein kleines, intimes Format. Immer aber ist ihr die raumschaffende Wirkung der Malerei wichtig, auch wenn sich diese in unterschiedlicher Gestalt manifestieren kann.

© Liane Heinz MA. Kunsthistorikerin

Ausstellungen

1976 Hamburger Kunsthalle, "Kunst als Realität - Realität als Kunst", GEDOK
197927 Jahresausstellung Deutscher Künstlerbund, Stuttgart
Jahresausstellung der GEDOK, Köln - Ankäufe durch die Stadt Köln
1980 Benrather Schloss, Düsseldorf GEDOK
1983 Orangerie Schloss Augustusburg, Brühl, "Dialoge"
Art Gallery and Museum, Leamington Spa, England, "Dialoge"
1984 Maison de Jeune et de la Culture, Sceaux, Frankreich, "Dialoge"
1985Kunstverein, Brühl, Einzelausstellung
Rathaus, Bad Harzburg, "Zeichen setzen"
Frauenmuseum, Bonn, "Lust und Farbe"
Rathausgalerie, Brühl, "Brühler Bilder"
1986Landesausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK), Bielefeld
Klapperhof 33, Köln, "Bilder 1985 bis 1986", Einzelausstellung
1987Kunsthistorisches Institut der Universität, Bonn, "Raumbilder", Einzelausstellung
1988Hahnentorburg, Köln, Doppelausstellung, BBK
Alte Universität, Heidelberg, "Kompositionen auf Papier", GEDOK
Simultanhalle, Köln-Volkhoven, "Raumbilder - lnstallation und Arbeiten auf Papier", Einzelausstellung
Josef-Haubrich-Kunsthalle, Köln, "Köln-Kunst"
1989Orangerie Schloss Augustusburg, Brühl, "Bildraum-Farbraum", Einzelausstellung
Haus Murawski, Meckenheim, Doppelausstellung
1990Die Werkstatt, Gelsenkirchen-Buer Einzelausstellung
Galerie Raue, Syndikat-Halle, Bonn "Neue Arbeiten 1989-l990", Einzelausstellung
1991Rathausgalerie, Brühl, "Hommage an Max Ernst"
1992BBK, Köln "Erde Zeichen Erde" GEDOK
1993Rathaus Galerie, Bad Harzburg, "4 zwischen Köln und Bonn"
"Werkwechsel 111", Ausstellung und Katalogförderung der GEDOK Frauenmuseum, Bonn
1994 BBK, Köln, "Werkwechsel 111", GEDOK
1997Galerie 40, Wiesbaden, "Dialog"
Rathausgalerie Brühl, "Jardin Secret"
Künstlerische Gestaltung der Kreissparkasse Brühl
1998Künstlerische Gestaltung der Kreissparkasse Quadrath-lchendorf
1999 Kreissparkasse Köln, Neumarkt, "Künstler sehen Kölner Karneval"
2000Verkehrsministerium, Bonn
Brühler Kunstverein, Einzelausstellung